In automatisierten und gleichzeitig zunehmend individualisierten Fertigungsumgebungen müssen Sicherheit und Effizienz heute Hand in Hand gehen. Vor dem Hintergrund steigender Komplexität der Produktionslinien können herkömmliche Verkabelungs- und Sicherheitsarchitekturen oft nicht Schritt halten.
Betreiber von Fertigungsanlagen müssen aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks auf die Effizienz ihrer Maschinen achten. Dies gilt umso mehr für komplexe Anlagen. Denn heute müssen Maschinen noch flexibler betreibbar sein, weil die Montagezeiten kürzer sein sollen, die Anzahl an zu verbauenden Komponenten aber gleichzeitig immer mehr wird. Hier ist Flexibilität im „Maschinen-Miteinander“ gefragt, die aktuelle Technologien mittragen müssen. Eines ist hierbei insbesondere relevant: die Maschinen und Anlagen so miteinander zu verbinden, dass eine sichere und durchgängige Konnektivität im gesamten Produktionssystem gewährleistet wird.
Das Kommunikationsprotokoll IO-Link Safety ist in diesem Bereich auf dem besten Weg, als eine Lösung der digitalen Transformation für intelligentere, schnellere und kostengünstigere Möglichkeiten der Verbindung zu sorgen. Denn IO-Link Safety stellt eine Technologie dar, mit der sich Sicherheitssensoren und Aktoren schnell und einfach integrieren lassen, insbesondere bei komplexen Anlagen wie zum Beispiel weitläufigen Förderbandanlagen.
Neuer Standard für die Kommunikation
Jeder Hersteller und Anlagenbauer, der umfangreiche Fördersysteme entwickelt und produziert, weiß, wie zeitaufwendig die Verkabelung sein kann. Jede Station – sei es ein Not-Aus-Taster, ein Drucktaster oder zum Beispiel auch eine Statusanzeige – macht in der Regel eine separate Verkabelung zu Schaltschränken oder dezentralen Modulen und die entsprechende Auswertung durch die Steuerung (Standard oder Safety) notwendig. Eine Komplexität, die nicht nur das Projekt verlangsamt, sondern auch die Kosten erhöht, zu mehr potenziellen Fehlerquellen führt und die Wartung erschwert. Oft gilt: „Verkabeln = zeitintensiv + fehleranfällig“. IO-Link Safety verändert diese Gleichung: Mit einer einzigen Kabelverbindung, die sowohl Kommunikation als auch Sicherheit bewältigen kann, sparen Maschinenbauer nicht nur Zeit, sie gewinnen auch wertvollen Platz im Schaltschrank. Anstatt tagelang Kabel zu verlegen, Drähte anzuschließen und herkömmliche Not-Aus- oder Drucktaster-Stationen zu konfigurieren, können sich Ingenieure auf eine Plug-and-play-Architektur verlassen, die Zuverlässigkeit ohne Komplexität bietet. Denn über IO-Link Safety kann die Installationszeit drastisch reduziert werden – und damit auch der Engineeringaufwand.
Schnellere Montage für schnelleren Warenfluss
Auf Förderbändern soll – wie es der Name schon ausdrückt – Material weitertransportiert werden. D. h., Hersteller bzw. Anlagenbauer, aber auch Betreiber von Förderanlagen stehen oft unter hohem Zeitdruck, denn Kunden brauchen ihre Bänder schnell einsatzbereit, um die eigene Produktion logistisch aufrechterhalten zu können. Dies sind Kundenanforderungen, die IO-Link Safety erfüllt. Die Stichworte sind: Plug-and-play-Verkabelung, eine Reichweite von bis zu 20 Metern Entfernung des IO-Link-Safety-Masters bis zum ersten Sensor oder Bedieneinheit im Feld. Werden beispielsweise weitere Bedieneinheiten oder Sicherheitsschalter in Reihe geschaltet, kann diese Reichweite verlängert werden. Das vereinfacht die Layoutplanung erheblich und befreit von klassischen Beschränkungen festverdrahteter Sicherheitssysteme. Dazu kommt ein möglicher Einsatz auch in rauen Umgebungen dank IP67- und IP69K-Schutz des IO-Link-Safety-Masters – etwa in der Metallbearbeitung, wo Staub oder Späne an der Tagesordnung sind.
Ein Installationsbeispiel veranschaulicht, wie IO-Link Safety den Master über lange Förderstrecken mit 40 bis 50 Kontrollpunkten einfach verbinden kann.
Alle Vorteile auf einen Blick:
IO-Link-Safety-Devices sind über standardisierte Steckverbinder direkt anschließbar, eine komplexe Feldverdrahtung ist nicht erforderlich. Die Installationszeit der Sicherheitseinrichtungen von Förderanlagen verkürzt sich von Tagen auf Stunden.
In Verbindung mit in Reihe geschalteten IO-Link Safety Devices und Sicherheitszuhaltungen kann die auf 20 Meter Kabellänge begrenzte Entfernung „Master – Sensor/Feldgerät“ erweitert werden. Diese erweiterte Kabellänge erleichtert die Layoutgestaltung bei Förderanlagen erheblich und befreit Integratoren von den typischen infrastrukturellen Einschränkungen festverdrahteter Sicherheitseinrichtungen.
Die Vor-Ort-Montage im Feld auch unter industriellen Bedingungen macht nicht nur kostenaufwendige dezentrale Schaltschränke überflüssig.
IO-Link-Safety-Devices sind über standardisierte Steckverbinder direkt anschließbar. © Pilz GmbH & Co. KG, Ostfildern
Sichere Förderbänder mit IO-Link Safety
Viele Maschinen und Anlagen, beispielsweise auch mit Förderbändern, machen zudem Sicherheitsschalter oder Sicherheitszuhaltungen erforderlich, um Mensch und Maschine zu schützen. IO-Link Safety macht die einfache Integration solcher Sensoren im Feld bzw. an den Förderbändern nahtlos möglich. Die über die IO-Link-Safety-Bedieneinheit PITgatebox angebundenen Sensoren bieten aber noch weitere Vorteile, wie auch die Sicherheitszuhaltung PSENmlock von Pilz. Sein Optimierungspotenzial: Die Sicherheitssteuerung zeigt den Status der Tür- und Schutzvorrichtungen, wie etwa „offen“ oder „geschlossen“, zentral an – für einen schnelleren Wiederanlauf und eine optimierte Reaktionszeit beim Thema Wartung. Wenn PSENmlock über die Bedieneinheit PITgatebox eingesetzt wird, ist eine vorausschauende Wartung – durch die Erfassung von Betriebszeiten – und eine um Statusmeldungen der Sicherheitszuhaltung erweiterte Diagnose umsetzbar. Schließlich können Anwendungen dank M12-Steckverbindern und einer automatischen Gerätekonfiguration schneller in Betrieb gehen.
Das komplette IO-Link-Safety-System von Pilz inklusive zertifiziertem Master sorgt für ein zuverlässiges und sicheres Schutztürmanagement.
Klare Kundenvorteile
Diese Technologie zur schnellen und einfachen Verbindung von Steuerungseinheiten und den Sensoren im Feld ist kein Selbstzweck, sondern dient dem Anwender spürbar – und unmittelbar. So kann etwa auf Not-Halt-Schalter, Drucktaster und LED-Anzeigen über eine einzige Steuerungsinstanz – eine Safety PLC – zugegriffen werden, eine Zentralisierung, die eine Ad-hoc-Reaktion durch eine sofortige Diagnose bei auftretenden Störungen erst möglich macht. Mit IO-Link Safety werden die Kosten immer im Blick behalten. Mit der intelligenten Reihenschaltung lassen sich jetzt mehrere Geräte ganz einfach über nur einen Port anschließen. Ein typisches Beispiel: Am IO-Link-Safety-Master wird lediglich ein einzelner Port benötigt, um die Bedieneinheit PITgatebox anzubinden. Werden anschließend weitere Sensoren wie Sicherheitsschalter oder Zuhaltungen in Reihe integriert, erfolgt die gesamte Kommunikation weiterhin über diesen einen Port – übersichtlich, effizient und ohne zusätzlichen Verdrahtungsaufwand. Dass sich auch komplexe Anlagen wie Förderbänder erheblich beschleunigt in Betrieb nehmen lassen, ist ein weiterer wirtschaftlicher Pluspunkt – denn IO-Link Safety vereinfacht die Installation und macht die Kommunikationsstruktur weniger fehleranfällig.
Kurzum: Förderbänder sollen laufen – ohne Stillstandszeiten. Wobei die verkürzte Inbetriebnahme nur ein Aspekt ist, der schnelle Gerätetausch der andere. Wer IO-Link Safety einsetzt – Techniker und Wartungspersonal –, kann alle Devices praktisch augenblicklich austauschen. IO-Link-Safety-Geräte identifizieren sich automatisch und übernehmen Parameter direkt. Das vereinfacht den Austausch und senkt die Variantenvielfalt – für weniger Lageraufwand und mehr Effizienz.
Optimierte Fehlerdiagnostik über IO-Link Safety
Bedieneinheiten wie die PITgatebox von Pilz ermöglichen als robuste Bedieneinheiten für Schutztürsysteme Befehle wie Aktivieren, Stoppen oder Quittieren. Gerade auch an weitverzweigten und in der Dimension ausgedehnten Anlagen wie bei Förderbändern sollten sich einzelne Maschinenfunktionen direkt am Einsatzort auslösen oder regeln lassen. Denn eine schnelle Aktion seitens des Betreibers ist hier nur über eine unmittelbare vernetzte Reaktion überhaupt zielführend. Daher ist es von Vorteil, dass Anlagenbauer und ‑betreiber die PITgatebox in Reihe schalten und sie diese Bedieneinheit dann „in Reihe“ mit IO-Link Safety integrieren können. Was genau aber sind die Vorteile? Ohne IO-Link Safety müssen die Bedieneinheiten einzeln verdrahtet und ausgewertet werden. Der Unterschied liegt in der Reihenschaltung der Bedieneinheiten und in der Datendiagnose. Ohne IO-Link Safety sind nur Daten verfügbar wie beispielsweise, ob ein Not-Halt betätigt oder nicht betätigt ist. Mit IO-Link Safety stehen deutlich mehr Diagnosedaten zur Verfügung, wie etwa Informationen zum Status des Geräts im Feld, z. B. ob es blinkt oder leuchtet, im Falle eines Fehlers der Errorcode oder auch der Artikelname und die ‑nummer. Die Informationen zum Gerätestatus geben dem Bediener Informationen wie beispielsweise, ob die Maschine gestoppt hat, und zeigen ihm an, was zu tun ist. Möglich ist hier eine zentrale Diagnose aller PITgatebox-Bedieneinheiten. Das bedeutet: Die Informationen werden zentral in der Visualisierung angezeigt und nicht nur an der Anlage.




